Ein Hauskauf in München zählt zu den folgenreichsten finanziellen Entscheidungen im Leben – und gerade deshalb wiederholen sich in der bayerischen Landeshauptstadt immer wieder dieselben, oft kostspieligen Fehler.
Zwischen knappem Angebot, hohen Kaufpreisen und dem emotionalen Druck einer schnellen Entscheidung übersehen selbst versierte Käuferinnen und Käufer entscheidende Details.
Wir zeigen die sieben häufigsten Stolperfallen beim Immobilienerwerb in München – und wie Sie ihnen von Anfang an begegnen.
01 — Ohne unabhängige Marktwertermittlung kaufen
Wer den tatsächlichen Wert einer Immobilie nicht kennt, verhandelt im Blindflug. Gerade in München, wo Angebot und Nachfrage stark auseinanderklaffen, wird der Angebotspreis vorschnell mit dem Marktwert gleichgesetzt – dabei liegt er häufig deutlich darüber oder darunter. Eine unabhängige Wertermittlung durch einen Sachverständigen schafft die Verhandlungsgrundlage, die vor einem überteuerten Kauf schützt.
02 — Nebenkosten unterschätzt
Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine mögliche Maklerprovision summieren sich in Bayern schnell auf 8 bis 12 % des Kaufpreises. Wer diese Erwerbsnebenkosten nicht von Beginn an einkalkuliert, gerät bei der Finanzierung ins Straucheln – oder muss zu ungünstigen Konditionen nachfinanzieren.
Faustregel: Bei einer Million Euro Kaufpreis sollten Sie in München realistisch mit 80.000 bis 120.000 € zusätzlichen Erwerbsnebenkosten rechnen.
03 — Finanzierung nicht final gesichert vor dem Notartermin
Einer der folgenschwersten Fehler: In der Euphorie wird der Kaufvertrag unterschrieben, bevor die Finanzierungszusage der Bank final steht – oder umgekehrt. Beides kann zu Vertragsstrafen, Rücktrittsproblemen oder im schlimmsten Fall zum Verlust der Anzahlung führen. Eine schriftliche, verbindliche Finanzierungsbestätigung sollte immer vor der notariellen Beurkundung vorliegen.
04 — Bausubstanz nicht durch Sachverständige geprüft
Feuchtigkeit, Konstruktionsmängel oder eine fehlerhafte Wasserabführung fallen selten dem Laien bei der Besichtigung auf – wohl aber dem geschulten Blick. Gerade bei Bestandsimmobilien, wie sie in München vielerorts prägend sind, lohnt sich vor dem Kauf ein Bausachverständigengutachten. Was hier gespart wird, kostet später oft ein Vielfaches in der Sanierung – ein Punkt, an dem sich Expertise mit Baukompetenz auszahlt.
05 — Unterlagen nicht vollständig geprüft
Baugenehmigung, Grundbuchauszug, Energieausweis – bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und die Beschlusssammlung. Wer diese Dokumente nicht einfordert und sorgfältig prüft, übersieht häufig einen bestehenden Instandhaltungsstau, geplante Sonderumlagen oder rechtliche Altlasten, die erst nach dem Kauf zutage treten.
06 — Emotionale Kaufentscheidung ohne objektive Standortprüfung
Die Nähe zur Isar, ein charmantes Altbauviertel, der erste Eindruck bei Sonnenschein – Stadtteile wie Bogenhausen oder Haidhausen wecken schnell Emotionen. Wer sich davon leiten lässt, ohne Lage, Infrastruktur und Entwicklungspotenzial nüchtern zu bewerten, zahlt oft einen emotionalen Aufpreis. Besichtigen Sie ein Objekt zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen, bevor Sie sich entscheiden.
07 — Kaufvertrag ohne Rücktrittsklausel und Mängelregelung
Ein Kaufvertrag ohne klar geregelte Rücktrittsklausel oder saubere Regelung arglistig verschwiegener Mängel kann teure Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen. Lassen Sie den Vertragsentwurf vor der Beurkundung nicht nur vom Notar, sondern idealerweise auch von einer auf Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei prüfen – bei größeren Summen eine kleine Investition mit großer Wirkung.
Übersicht:
Fehler | Lösung |
01 – Keine unabhängige Marktwertermittlung | Bewertung durch Sachverständige |
02 – Nebenkosten unterschätzt | Kaufnebenkosten früh einplanen (8–12 %) |
03 – Finanzierung nicht final gesichert | Schriftliche Zusage vor Notartermin |
04 – Bausubstanz ungeprüft | Bausachverständigengutachten vor Kauf |
05 – Unterlagen nicht vollständig geprüft | Alle Dokumente einfordern & prüfen |
06 – Emotionale Kaufentscheidung | Objekt mehrfach besichtigen |
07 – Vertrag ohne Rücktrittsklausel | Vertrag juristisch gegenprüfen lassen |
Der beste Schutz: Erfahrung auf Ihrer Seite
Die meisten dieser Fehler entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus Zeitdruck und fehlendem Zugang zu verlässlichen Informationen. Als Bauträger und Projektentwickler kennt A&O Wohnbau beide Seiten des Marktes – vom Grundstück bis zur Schlüsselübergabe – und weiß genau, wo diese Stolperfallen am häufigsten liegen.
Sie planen einen Hauskauf in München und möchten keinen dieser Fehler riskieren?
Häufig gestellte Fragen
Es gibt verschiedene Situationen, in denen eine präzise Bewertung Ihrer Immobilie entscheidend sein kann. Dazu zählen der An- und Verkauf von Immobilien, Trennungen oder Scheidungen, Erbangelegenheiten, steuerliche Bewertungen, gerichtliche Streitigkeiten, Interesse an einem potenziellen Verkauf, sowie Grundstücksteilungen oder Teilverkäufe. Bei der Immobilienbewertung wird der Verkehrswert ermittelt, also der Marktwert, den die Immobilie bei einem Verkauf erzielen könnte. Für gerichtliche Auseinandersetzungen, in denen ein Verkauf nicht angestrebt wird, empfiehlt es sich, einen zertifizierten Gutachter zu beauftragen, dessen Bewertung gerichtlich anerkannt ist.
Lage:
Die Bewertung der Lage teilt sich in Makro- und Mikrolage. Die Makrolage bezieht sich auf größere geografische Einheiten wie Länder, Regionen, Städte oder Stadtteile, während die Mikrolage die unmittelbare Umgebung, Hauscharakter, Nachbarschaft, Straßenlage und Umgebungseinflüsse umfasst. Bei der Bewertung sind sowohl messbare (harte) Faktoren wie die Entfernung zu wichtigen Einrichtungen als auch subjektive (weiche) Faktoren wie das lokale Milieu relevant.
Baujahr und Fläche:
Das Baujahr und der Zustand der Immobilie, insbesondere bei Altbauten, spielen eine wichtige Rolle. Modernisierungen und Sanierungen können den Wert deutlich erhöhen. Die Wohnfläche ist ebenfalls ein entscheidender Faktor in der Bewertung.
Ausstattung:
Der energetische Zustand eines Gebäudes, einschließlich Dämmung, Zustand von Fenstern und Türen sowie Heizungssystem, ist heutzutage besonders wichtig. Auch die Innenausstattung, von Bodenbelägen bis zur Sanitäreinrichtung, beeinflusst den Wert.
Angebot und Nachfrage:
Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in einer Region beeinflusst den Markt. Ein Überangebot führt zu sinkenden, eine hohe Nachfrage zu steigenden Preisen.
Finanzierungskosten:
Zinsen für Immobilienfinanzierungen haben einen erheblichen Einfluss auf den Immobilienpreis. Die Höhe der Zinsen bestimmt die monatlichen Raten und beeinflusst damit die finanzielle Tragbarkeit für den Käufer.
Die Auswahl des passenden Bewertungsverfahrens hängt von der Immobilienart und ihrem Umfeld ab. Zu den standardisierten Methoden zählen das Vergleichswert-, Sachwert- und Ertragswertverfahren.
Vergleichswertverfahren:
Dieses Verfahren schätzt den Wert einer Immobilie durch den Vergleich mit ähnlichen Objekten in der Nähe. Es spiegelt aktuelle Markttrends wider und wird oft bevorzugt eingesetzt.
Sachwertverfahren:
Hierbei wird der Immobilienwert durch den Bodenwert und den Wert der Bausubstanz berechnet.
Ertragswertverfahren:
Dieses Verfahren basiert auf dem Bodenwert und dem Gebäudewert, wobei Mieteinnahmen berücksichtigt werden.
Marktanalyse:
Erfahrene Makler nutzen eigene Verkaufsdaten sowie verschiedene Immobiliendatenbanken für eine umfassende Marktanalyse. Dazu gehören Marktberichte, Forschungsdaten und Kaufpreissammlungen von Gutachterausschüssen, die eine präzise Einschätzung des Marktwerts ermöglichen.
Optimaler Verkaufspreis:
Ein realistisch angesetzter Verkaufspreis ist entscheidend für einen zügigen und erfolgreichen Immobilienverkauf. Ein zu hoher Preis birgt Risiken, die den Verkaufsprozess verzögern können.
Marktpositionierung und Konkurrenzvergleich:
Eine überhöhte Preisvorstellung kann dazu führen, dass Ihre Immobilie im Vergleich zu anderen Angeboten in der Region weniger attraktiv erscheint und potenzielle Käufer abschreckt.
Verkaufsdauer und Zusatzkosten:
Ein überteuerter Preis kann die Verkaufszeit verlängern, was zusätzliche Kosten wie Hypothekenzahlungen, Instandhaltung und Steuern nach sich zieht.
Wahrnehmung und Verhandlungsposition:
Eine lange Verweildauer auf dem Markt kann bei Interessenten zu Zweifeln führen und die Verhandlungsposition schwächen.
Anwendung standardisierter Bewertungsverfahren:
Mit einem marktgerechten Preis können wir uns auf bewährte Bewertungsmethoden wie das Vergleichswert-, Sachwert- und Ertragswertverfahren stützen.
Schlussfolgerung:
Daher ist eine präzise Bewertung des Marktwertes Ihrer Immobilie zu Beginn des Verkaufsprozesses unerlässlich für einen effektiven und erfolgreichen Verkauf.